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Ruanda Reisen

Unsere Gruppenreise nach Ruanda. Für alle, die gerne hinter die Kulissen der Afrika-Klischees blicken.

Ruanda - ein Land im Wandel
Ruanda, in vielen Köpfen verankert als das Land in dem Mitte der 90er Jahre ein Genozid stattfand. Aufgearbeitet in Filme wie “Hotel Ruanda” oder “Shooting Dogs”. Heute, 22 Jahre nach dem schrecklichsten Ereignis in der Geschichte Ruandas, befindet sich das Land immer noch im Prozess der Aufarbeitung und des Vergessens. Doch das Land hat in sehr kurzer Zeit einen Wandel durchlebt, wie kaum ein anderes Land zuvor.


Vorkoloniale Zeit und Kolonialzeit
Ruanda blickt auf eine Jahrhunderte lange Geschichte zurück, in der sich das Land unter der Kontrolle eines Monarchen befand. Als es Ende des 19. Jahrhunderts zur Aufteilung Afrikas durch die europäischen Großmöchte kam, wurde Ruanda der Kontrolle Deutschlands unterstellt. Die Deutschen beschränkten ihre Macht jedoch auf eine indirekte Herrschaft, bei der ein deutscher Resident dem Fürsten beratend zur Seite stand, in manchen Bereichen allerdings auch kontrollierend agierte. Mit dem ersten Weltkrieg wurde das Land den Deutschen entzogen und den Belgiern zugesprochen. Im Jahr 1962 folgte die Unabhängigkeit Ruandas.

Die Zeit nach der Unabhängigkeit
Der Unabhängigkeit folgte eine Phase der Vertreibung, Massakern und Fluchtbewegungen. Die durch die Kolonialherren eingeführte ethnische Unterteilung der Bevölkerung und die damit einhergehende Bevorzugung einzelner Gruppen setzte sich in den Köpfen fest und gilt heute als eine der Grundlagen für die Konflikte des 20. Jahrhunderts in Ruanda. In den Augen der Kolonialherren waren die Tutsi den Hutu überlegen, sowohl in ihren Fähigkeiten, als auch in ihrer Intelligenz und im Bereich körperlicher Stärke. Tutsi Frauen galten als besonders schön und begehrenswert.


Mit einsetzenden Dekolonialisierungs Gedanken kamen auch radikale politische Debatten auf. Die Macht der Tutsi wurde nach und nach reduziert, Hutu wurden vermehrt in hohen Positionen eingesetzt. Mit dem Wahlsieg der Parmehutu und der damit verbundenen Hutu Revolution im Jahr 1960/61 verschäfte sich die Situation im Land zunehmend. Tutsi wurden vertrieben und es fanden Ermordungen statt, Rebellengruppen bildeten sich und versuchten durch Guerilla Angriffe die Regierung zu schwächen.

Als im Jahr 1973 Juvénal Habyarimana durch einen Putsch die Macht übernahm, kam es vorerst zu einer Unterbindung der Konflikte zwischen Hutu und Tutsi. Habyarimana setzte sich zwar für eine Chancengleichheit der Gruppen ein, einflussreiche Positionen im Militär und der Regierung blieben jedoch Personen aus seiner Heimatregion vorbehalten.

Mit der Wirtschaftskrise durch den Verfall des Kaffeepreises auf dem Weltmarkt, kam es zu einer zunehmenden Abnahme Habyarimanas Autorität. Es bildeten sich oppositionelle Gruppen, die eine Demokratisierung forderten und bei ihren Forderungen Unterstützung vom Ausland erhielten. Als sich Anfang der 90er Jahre die Diskussionen in militärische Auseinandersetzungen steigerten, kam es zu Angriffen der Tutsi – Rebellenarmee ‚Ruandische Patriotische Front‘, kurz RPF. Dieser Feldzug bezeichnete den Beginn des ruandischen Bürgerkrieges, der seinen grauenvollen Höhepunkt im Genozid des Jahres 1994 fand.

Politische Vertraute des Präsidenten und das Staatsoberhaupt selbst stellten sich gegen die geforderte Demokratisierung und es kam zu Verfolgungen und Ermordung Oppositioneller. Gefördert wurden indes Radiosender und Zeitungen, die gegen Tutsi und oppositionelle Hutu hetzten. Die Verteidigung der Hutu- Herrschaft mit radikalen Mitteln wurde währenddessen immer stärker gebilligt, Behörden förderten Gewaltakte und nahmen diese hin.

Auch wenn es 1992 zu Verhandlungen im tansanischen Arusha kam, in denen es um die Unterbindung der Kampfhandlungen und der Rückführung von Flüchtlingen ging, konnte die Gewalt nicht gestoppt werden. Auch mit der Unterzeichnung verschiedener Abkommen und der Zustimmung eines Friedensvertrages kam, stellten sich große Teile der extremen Hutu-Politiker gegen die Übereinkunft. Der Beginn des Bürgerkrieges im Nachbarland Burundi und das weite Vordringen der RPD schürten die Angst der führenden Politiker und Vernichtung der Tutsi wurde mehr und mehr propagiert.

Grausamer Genozid in Ruanda
Der Tod des Präsidenten Habyarimana im 6. April 1994 löste schließlich den Völkermord aus. Nur wenige Zeit nach dem Tod Habyarimanas kam es zur Ermordung moderater Hutu, führender Tutsi und Befürwortern des Arusha Friedensabkommens. Im ganzen Land wurden Hutu aufgefordert loszuziehen und die Tutsi zu töten. In den ersten Tagen des Völkermordes kam es vergleichsweise zu wenigen Toten, was auf die noch zögernde Haltung der meisten Hutu und auf fehlende Bewaffnung zurückzuführen ist. Schnell jedoch wandelte sich die anfängliche Zurückhaltung in ein regelrechtes Abschlachten der Tutsi. Menschen wurden dazu aufgefordert ihre Nachbarn und Freunde zu töten, Kinder wurden vor den Augen ihrer Eltern umgebracht, Frauen missbraucht, gefoltert und anschließend ermordet. 100 Tage dauerte der Völkermord, schätzungsweise 800.000 Menschen wurden ermordet.

Kritik bezüglich des Genozids muss sich seitdem die internationale Gemeinschaft unterziehen. Warnungen und Bitten um Verstärkung durch UN-Friedenstruppen in Ruanda blieben ohne Wirkung, selbst als das Morden bereits begonnen hatte wurden Blauhelmtruppen dazu angehalten nicht einzugreifen, da diese nur zur Aufrechterhaltung des Friedens im Land seien.

Ende des Völkermords und Staatsoberhaupt Paul Kagame
Beendet wurde der Genozid durch den Vormarsch und die Übernahme der Macht durch die RPF. Hutu Größen setzten sich ins Ausland ab. Vorerst wurde Pasteur Bizimungu zum Präsidenten ernannt, Paul Kagame wurde Vizepräsident. Im Jahr 2000 wurde Kagame von der Regierung in das Amt des Präsidenten gewählt, drei Jahre später wurde er bei den Präsidentschaftswahlen im Amt bestätigt. Seitdem hat Kagame das Amt des Staatsoberhauptes inne. Die nächsten Wahlen finden im Jahr 2017 statt. Durch ein Verfassungsreferendum wird es Kagame erneut möglich sein, in das Amt des Präsidenten gewählt zu werden. Auch wenn immer wieder Stimmen laut werden, die Unregelmäßigkeiten während der Wahl und eine faktisch nicht vorhandene Opposition bemängeln, findet Kagame hohen Zuspruch innerhalb der Bevölkerung.
Das Land der tausend Hügel
Ruanda wird oft als das „Land der tausend Hügel bezeichnet“. In der Tat zeichnet sich das Binnenland Ruanda durch Hügel und grünen, fruchtbaren Boden aus. Das kleine Land liegt im Zentrum Afrikas und grenzt an Uganda, Tansania, Burundi und die Demokratische Republik Kongo. Ruanda gehört zur Region der großen Seen, Viktoriasee, Eduardsee, Tanganyikasee und Kivusee befinden sich in dieser Region, wobei durch letzteren die Staatsgrenze zwischen Ruanda und der Republik Kongo verläuft. Die Grenzregion zu Uganda und der Republik Kongo sind gekennzeichnet durch die Virunga Vulkane, die eine Höhe von bis zu 4.500 m aufweisen und die Heimat der Berggorillas darstellen.

Nationalparks in Ruanda
Die Virunga Vulkane sind Bestandteil der gleichnamigen Nationalparks, dem Virunga Nationalpark. Insgesamt verfügt Ruanda über drei Nationalparks. Verglichen zu Tansania, das über 16 Nationalparks verfügt, ist das eine eher geringe Anzahl, was jedoch auf die unterschiedliche Größe der Länder zurückzuführen ist.

Geographische Besonderheiten
Aufgrund der Höhe ist das Klima Ruandas eher mild und feucht, was besonders für Touristen aus Europa als sehr angenehm empfunden wird.

Ruanda ist ein sehr kleines Land, das gerade einmal so groß ist wie Rheinland-Pfalz und das Saarland zusammen. Trotzdem leben sehr viele Menschen im Land die Bevölkerungsdichte liegt bei 460 Einwohnern pro Quadratkilometer (Stand 2014). Zum Vergleich – in Deutschland beträgt die Bevölkerungsdichte 232 Einwohnern pro Quadratkilometer (Stand 2014).

Die Hauptstadt Kigali 
Die meisten Menschen leben in Kigali, der Hauptstadt Ruandas. Kigali ist eine Stadt, die mit kaum einer anderen afrikanischen Stadt vergleichbar ist. Man fühlt sich sicher, die Straßen sind sehr sauber, Obdachlose und Bettler findet man kaum. Keine schwarzen Plastiktüten weit und breit. In Ruanda werden Kleinkriminelle und Herumtreiber von der Polizei eingesammelt und in “Resozialisierungszentren” gebracht. Die Veränderung ist enorm, wenn man bedenkt welch schrecklichen Dinge genau hier vor gar nicht allzu langer Zeit geschehen sind.
In Ruanda sind Plastiktüten verboten
Umweltschutz ist in Ruanda ein wichtiges Thema. Es gibt ein Umweltschutzgesetz und Plastiktüten sind im gesamten Land verboten. Kigali gilt als eine der saubersten Städte der Welt. Ruanda nimmt damit eine Vorreiterrolle für viele andere Länder ein.

Kultur und Sprache
In Ruanda lebt ein Volk, mit gemeinsamer Kultur und gemeinsamer Sprache. Die vor der Kolonialisierung friedlich zusammenlebenden Stämme der „Hutu“, „Tutsi“ und „Twa“ wurden durch die Kolonialmächte in gesellschaftliche Kategorien eingeteilt. Diese unterschieden sie anhand rassistischer Kriterien, wie dem Aussehen oder der Wirtschaftlichkeit. Heute leben die verschiedenen Gruppen wieder friedlich zusammen, Nachwirkungen des Genozids sind jedoch immer noch Alltag.

Die Rolle der ruandischen Frauen in der Politik und Wirtschaft
Eine besondere Rolle in der Gesellschaft Ruandas spielen Frauen. Nach dem Völkermord bestand die Bevölkerung des Landes zum Größten Teil aus Frauen. Viele dieser Frauen sahen sich vor der Aufgabe, alleine ihre Familie zu ernähren, da der Ehemann entweder ermordet wurde oder in ein Nachbarland geflüchtet war. Diese Herausforderungen brachten für einige Frauen aber auch neue Chancen mit sich. Waren Frauen vor dem Genozid stark von ihrem Mann abhängig, so hatten sie nun die Möglichkeit selbst einer Arbeit nachzugehen und Verträge abzuschließen. Teils schwer traumatisiert, übernahmen Frauen nach dem Genozid die Arbeit auf den Feldern und in Firmen. Heute sind so viele Unternehmen unter weiblicher Führung, wie in keinem anderen Land der Welt und auch in der Politik wirken Frauen genauso mit wie Männer.
Ruandische Küche
Die Küche Ruandas bietet viel Abwechslung, auch wenn vor allem auf dem Land viel Reis, Maisbrei und Kochbanane verzehrt wird. Beilagen gibt es zu genüge- von Bohnen über Erbsen und Linsen, bis hin zu Pommes und Chapati, einem typisch ostafrikanischen Teigfladen. Oft kann man zwischen verschiedenen Fleischarten wählen, ob Ziege, Hühnchen oder Rind, oft als Fleischspieße, so genannte Brochettes, angeboten.Vor allem Im Bereich des Kivusees kann man auch sehr guten und vor allem frischen Fisch essen! In der Hauptstadt Kigali kann man heute den Einfluss Europas und Asiens erkennen. Hier findet man viele indische Restaurants oder Restaurants, die Pizzen und Nudelgerichte anbieten.
Mildes Klima - aufgrund der Höhenlage
Das Klima Ruandas ist trotz der Lage am Äquator eher mild, aufgrund der Höhenlage, in der sich große Teile des Landes befinden. Man sollte sich bei einer Reise nach Ruanda an den Regen- und Trockenzeit orientieren. Es bietet sich an während der großen Trockenzeit zwischen Juni und September Ruanda zu bereisen, da diese Monate weitgehend regenfrei sind und das Malariarisiko geringer ist. Wer während dieser Monate keine Zeit hat, kann auch die kleine Trockenzeit nutzen, die von Dezember bis Februar ist. Abends und Nachts kann es ganzjährig in vielen Regionen stark abkühlen und auch tagsüber erreichen die Temperaturen nur an die 25°C.
Ruanda

Rundreise 15 Tage - Ruanda Studienreise

Berggorillas und Bürgerkrieg. Ruanda schafft es nur selten in unsere Medien. Dabei hat das Land seit Jahren beeindruckende Erfolge vorzuweisen. Ob Wirtshaft, Umweltschutz oder Sozialsystem. Erleben Sie ein kulturell, landschaftlich und politisch spannendes Land. Achtung, die Aufbruchsstimmung ist ansteckend.